Waldbrände: Entstehung, Auswirkungen & Lösungsmöglichkeiten

Ein Waldbrand ist ein verheerendes Naturphänomen, das jährlich große Flächen Wald zerstört und eine Bedrohung für Mensch und Tier darstellt. Die Auswirkungen von Waldbränden sind nicht nur auf die betroffenen Ökosysteme begrenzt, sondern haben auch weitreichende Folgen für das Klima und die Luftqualität.

Zudem bergen Sie ein hohes wirtschaftliches Risiko für die Wald- und Forstwirtschaft. Um die Gefahr von Waldbränden zu verstehen und ihnen wirksam entgegenzutreten, ist es wichtig, ihre Entstehung, die verschiedenen Arten und mögliche Lösungsmöglichkeiten zu betrachten.

Wie entsteht ein Waldbrand?

Die Entstehung eines Waldbrandes kann auf verschiedene Faktoren zurückgeführt werden. Häufig sind hohe Temperaturen, trockene Witterungsbedingungen und ein Mangel an Niederschlägen entscheidende Ausgangsfaktoren. Trockenes Pflanzenmaterial, wie Laub, Gräser und Zweige, bietet ideale Bedingungen für die Ausbreitung von Feuer, die z.B. durch trockene Gewitter verursacht werden. Zusätzlich können menschliche Aktivitäten, wie das Wegwerfen von Zigarettenkippen oder fahrlässig entfachte Feuer, Brände verursachen. Einmal entfacht, breitet sich das Feuer durch die leicht entflammbaren Pflanzen schnell aus.

Waldbrand-Arten

Es gibt verschiedene Arten von Waldbränden, die sich in ihrer Entstehung und ihrem Verhalten unterscheiden.

- Bodenfeuer sind Brände, die in der Laub- und Streuschicht des Waldbodens brennen und relativ langsam voranschreiten

- Kronen- oder Wipfelfeuer hingegen verbreiten sich schnell durch die Baumkronen und sind schwer zu kontrollieren. Sie können enorme Hitze erzeugen und große Waldgebiete zerstören.

- Unterirdische Brände (Bodenfeuer), auch bei Torf- oder Moorbrände vorzufinden, brennen unter der Oberfläche (durch Humusschichten oder Wurzeln) und können über lange Zeiträume hinweg schwelen

Auswirkungen von Waldbränden

Waldbrände haben weitreichende Auswirkungen auf die Umwelt, das Klima und die menschliche Gesundheit. Sie zerstören wertvolle Ökosysteme und Lebensräume für Pflanzen und Tiere, die oft viele Jahrzehnte brauchen, um sich zu erholen. Die Freisetzung großer Mengen an Rauch und Schadstoffen kann die Luftqualität beeinträchtigen und gesundheitliche Probleme bei Menschen und Tieren verursachen. Ferner haben Sie einen direkten Einfluss auf die Einsatzkräfte vor Ort. Zudem tragen Waldbrände zur Freisetzung von Kohlendioxid in die Atmosphäre bei und verstärken somit den Treibhauseffekt und den Klimawandel.

Lösungsmöglichkeiten zur Bekämpfung von

Waldbränden

Wie kann man einen Waldbrand löschen?

Die Bekämpfung von Waldbränden erfordert eine koordinierte und effektive Herangehensweise. Hier sind einige Lösungsmöglichkeiten, um Waldbrände zu verhindern und ihre Auswirkungen zu minimieren, wobei speziell auf den Einsatz von Schaum als Löschmittel eingegangen wird:

Prävention: Präventive Maßnahmen spielen eine entscheidende Rolle bei der Minimierung von Waldbränden. Dazu gehören das Schaffen von Brandschutzstreifen um Waldgebiete herum, regelmäßige Kontrollen und Überwachung der Waldgebiete, sowie die Sensibilisierung der Bevölkerung für den verantwortungsbewussten Umgang mit Feuer in Waldgebieten. Das Verbot von offenen Feuern und das Einhalten von Rauchverboten sind ebenfalls wichtige präventive Maßnahmen. Auch der Umbau der Wälder von Monokulturen hinzu Mischwälder mit Pflanzenarten, die mit wasserarmen Sommern besser zurechtkommen, kann als langfristige Maßnahme verstanden werden, um die Wälder resilienter zu machen.

Frühwarnsysteme: Die Installation und der Einsatz von Frühwarnsystemen können dazu beitragen, Waldbrände frühzeitig zu erkennen und Maßnahmen zur Eindämmung und Bekämpfung einzuleiten. Moderne Technologien wie Satellitenüberwachung, Infrarotsensoren auf Masten und Drohnen können dabei helfen, Rauchentwicklungen und Feuerausbrüche schnell zu identifizieren und zu lokalisieren. Die Informationen stehen den Feuerwehren zeitnah zur Verfügung und ermöglichen kurze Eingriffszeiten. In einigen Regionen werden die Feuerwehren durch Flugdienste unterstützt.

Feuerbekämpfung mit Schaum: Schaum ist ein effektives Löschmittel, das bei der Bekämpfung von Waldbränden eingesetzt werden kann. Schaum erstickt das Feuer, indem er das Brandmaterial vom Umgebungssauerstoff trennt und die Voraussetzungen für eine Verbrennung unterbricht. Der Einsatz von Schaum ermöglicht es, das Feuer schnell einzudämmen und eine weitere Ausbreitung zu verhindern. Die ausgebrachte Löschmittelmenge ist bei gleichem Wassereinsatz hierbei 5 bis 10fach größer im Vergleich zu reinem Wasser. Eine besonders gut geeignete Schaumanwendung stellt hier das Druckluftschaumverfahren (CAF = compressed air foam) dar. Mit wenig Wassermengen können sie Entstehungsbrände und Flanken schnell gelöscht, aber auch Feuerfronten von Bodenfeuern effektiv gebrochen werden. Speziell ausgerüstete Feuerwehrfahrzeuge können den Schaum über den Brandherden verteilen, um das Feuer effektiv zu bekämpfen, aber auch für einen ausreichenden Objektschutz für Gebäude im Wald sorgen. Der Schaum muss umweltverträglich sein, um negative Auswirkungen auf die Natur zu minimieren. Es können hier STHAMEX®-Performance oder STHAMEX® 3% F-15 zum Einsatz kommen.

Brandbekämpfung mit Netzwasser: Netzwasser entsteht durch Zugabe von Netzmittel oder Schaumlöschmitteln in sehr geringer Konzentration zum Löschwasser. Es schäumt nicht oder nur sehr gering. Stark ausgetrockneten Böden können Löschwasser nicht aufnehmen, so dass dieses von der Oberfläche bzw. vom Brandgut abfließt/abperlt und nur im geringen Maß zur Kühlung und Benetzung beiträgt. Kommt zu diesem hydrophoben Verhalten des Bodens die Hitze des Feuers hinzu, verdampft das Löschwasser bevor es seine benetzende Wirkung entfalten kann. Durch die Zugabe von Netz- bzw. Schaumlöschmitteln wird die Oberflächenspannung des Löschwassers herabgesetzt. Die Netzwirkung wird um ein Vielfaches erhöht, wodurch ein schnelles Eindringen und eine starke Durchfeuchtung des Waldbodens, des Todholzes oder der Baumstümpfe durch das Löschwasser erreicht wird. Zurzeit stattfindende Untersuchungen sprechen von einer Verdopplung bis zur Verdreifachung der Löschleistung und Effektivitätssteigerung. Netzwasser kann durch Löschfahrzeuge, Löschflugzeuge, Hubschrauber mit Außenlastbehältern oder Löschrucksäcke ausgebracht werden. Um negative Auswirkungen auf die Natur zu verhindern, muss das Netzmittel umweltverträglich sein. STHAMEX®-Performance kann nach den Untersuchungen des Hygieneinstitut Gelsenkirchen mit bis zu 100 Litern Löschmittelmenge bei einer Zumischrate von 0,1 % je Quadratmeter Waldboden ausgebracht werden, ohne dass eine Beeinträchtigung der Pflanzen zu erwarten ist. Eine Sonderform der Löschmittelzusätze stellen die Retardant dar. Retardant sind Flammenverzogerungsmittel, die je nach Brandlast und Topografie auch zum Blocken (Auslaufen der Flammen) führen können. Retardant kann genutzt werden, um (natürliche) Brandschneisen zu verbreitern oder in munitionsbelastetem Gebiet die Schneisen zu stabilisieren. Prinzipiell müssen Schneisen verteidigt werden. Dies kann durch die Feuerwehr mit Strahlrohren, mit Beregnern unter Zugabe von Netzwasser und oder zusätzlich durch Retardant erfolgen. Insbesondere dort, wo durch Munitionsreste kein Personal zum Einsatz kommen kann, kann Retardant bei Bodenfeuern und geringen bis mittleren Brandlasten den Feuerverlauf stoppen. Negative Faktoren wie starker Wind und Funkenflug sind bei der taktischen Anwendung zu bedenken. Der Austrag auf Geländeerhebungen führt zur positiven Einsatzbilanz, da sich hier durch die ändernden Flammenlängen und Brandgeschwindigkeiten ein Flammenverzögerer in Kombination mit weiteren Löschmaßnahmen anwenden lässt, um die Flammenintensität zu drosseln. Flammenhemmer wie Dr. Sthamer SILVARET® ist vollständig biologisch abbaubar und kann daher bei Wald- aber auch Vegetationsbränden zum Einsatz kommen.

Waldmanagement: Ein effektives Waldmanagement kann zur Verringerung des Brandrisikos beitragen. Dazu gehören Maßnahmen wie das Entfernen von abgestorbenen Bäumen und trockenem Pflanzenmaterial, das Anlegen von Brandgassen oder Schneisen und das Durchführen von kontrollierten Brennen, um die Brandlast zu reduzieren. Regelmäßige Waldpflege und das Pflanzen feuerresistenter Baumarten können ebenfalls dazu beitragen, das Risiko von Waldbränden zu minimieren. In munitionsbelasteten Gebieten hilft das Räumen der Munition diese als Brandquelle zu entfernen.

Internationale Zusammenarbeit: Da Waldbrände oft über Landesgrenzen hinweg auftreten können, ist die internationale Zusammenarbeit bei der Brandbekämpfung und dem Informationsaustausch von großer Bedeutung. Länder können Ressourcen, Erfahrungen und Fachwissen teilen, um gemeinsam effektive Lösungen zu entwickeln und die Auswirkungen von Waldbränden zu minimieren. Europa hat mit rescEU ein Netzwerk zur Anforderung länderübergreifender Hilfe und abgestimmter und definierter Hilfskontingente geschaffen. Hier stehen Fahrzeuge und Flugzeuge zur Unterstützung bereit.

Fazit

Waldbrände stellen eine ernsthafte Gefahr für Wälder, Ökosysteme und die menschliche Sicherheit, sowie ein hohes wirtschaftliches Risiko dar. Durch präventive Maßnahmen, den Einsatz moderner Frühwarnsysteme, effektiver Brandbekämpfung mit Schaumlösch- oder Netzmitteln, nachhaltiges Waldmanagement und internationale Zusammenarbeit können wir die Risiken und die Auswirkungen von Waldbränden minimieren. Insbesondere der Einsatz von Schaumlösch- oder Netzmitteln hat sich als wirksame Methode erwiesen, um Brände einzudämmen und ihre Ausbreitung zu stoppen.


Hinweiskarte - Einsatz von Netzwasser bei Waldbränden

Die Infos zum unbedenklichen Einsatz von Netzwasser (STHAMEX® Performance 1% und STHAMEX® 3% F-15) beim Löschen von Vegetations- und Waldbränden kurz und übersichtlich zusammengefasst: