Wie Schaum löscht
Vier Voraussetzungen führen zum Verbrennungsprozess: brennbarer Stoff, Luftsauerstoff, richtiges Mengenverhältnis
brennbarer Stoff/Sauerstoff, Zündtemperatur. Fehlt eine dieser Voraussetzungen, kann kein Feuer entstehen.
Chemisch betrachtet ist die Verbrennung eine durch die Zündtemperatur ausgelöste, schnell verlaufende Reaktion
zwischen dem brennenden Stoff und Luftsauerstoff. Um ein Feuer zu löschen, muss der brennende Stoff vom
Luftsauerstoff getrennt oder unter die Verbrennungstemperatur gekühlt werden. Genau dies bewirkt Löschschaum,
wenn er richtig angewendet wird. Folgende Löscheffekte werden beim Einsatz von Löschschaum genutzt:
Trenneffekt
Die geschlossene Schaumdecke trennt die Verbrennungszone von der sie umgebenden Luft und verhindert die weitere Sauerstoffzufuhr zum Brandgut.
Kühleffekt
Das aus dem Schaum ausscheidende Wasser verdampft im Bereich der Flammenfront, wodurch der Verbrennungszone Wärme entzogen und die Reaktionsgeschwindigkeit zwischen Brandgut und Luftsauerstoff deutlich abgesenkt wird. Das Brandgut wird durch das aus dem Schaum austretende Wasser-/ Schaummittelgemisch (Schaummittellösung) abgekühlt.
Deckeffekt
Die geschlossene Schaumdecke verhindert das weitere Ausgasen brennender Stoffe, d.h., es gelangen keine brennbaren Gase mehr aus dem Brandgut in die Verbrennungszone.
Durch gleichzeitiges Abkühlen des Brandgutes verringert sich der Dampfdruck, wodurch Gasdurchbrüche und damit Rückzündungen vermieden werden. Durch vorbeugendes Einschäumen ausgelaufener, leicht gasender Produkte werden umweltbelastende Emissionen vermieden. Gleichzeitig wird die Gefahr eines Brandausbruches deutlich verringert.
Verdrängungseffekt
Durch Fluten von Räumen, Kanälen, Anlageteilen usw. mit Leicht- oder Mittelschaum werden der für die Verbrennung notwendige Luftsauerstoff und brennbare Gase verdrängt.
Dämmeffekt
Durch die geringe Wärmeleitfähigkeit des Schaumes wird noch nicht entzündetes oder bereits abgelöschtes Brandgut
gegenüber Wärmestrahlung und Zündquellen isoliert.



