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Januar 2010Schaumlöschmittel mit FluorkomponentenDie Diskussion um Schaumlöschmittel mit Fluorverbindungen - insbesondere der Erlass des Niedersächsischen Ministeriums für Inneres, Sport und Integration vom 04.01.2010 - hat bei den Feuerwehren erneut zu einer erheblichen Verunsicherung darüber geführt, welche Schaumlöschmittel Fluorverbindungen – hier insbesondere PFOS - enthalten und welche Schaumlöschmittel fluorfrei bzw. PFOS-frei sind. Mit diesem Beitrag möchten wir die Feuerwehren, aber auch weitere Kreise über die Auswirkungen auf unsere Schaumlöschmittel informieren. Teil 1 – Informationen zu DR. STHAMER SchaumlöschmittelnZur Herstellung unserer fluortensidhaltigen Schaumlöschmittel verwenden wir Fluorverbindungen, deren Produktion auf dem Telomerverfahren beruht. Es werden weder Perfluoroctansulfonsäure (PFOS) noch deren Derivate bzw. Salze verwendet. Die von uns eingesetzten Fluorverbindungen werden auch nicht zu PFOS abgebaut. Diese Tenside sind ebenfalls persistent, jedoch nicht toxisch. Ihre Verwendung ist nach EU-Richtlinie 2006/122/EC auch nach dem 27.06.2011 zulässig. Ältere fluorhaltige Schaumlöschmittel können in Einzelfällen PFOS enthalten. Durch geeignete Analytik lässt sich ein evtl. PFOS-Gehalt bestimmen. Nachstehende Tabelle gibt Ihnen einen Überblick, welche Schaumlöschmittel fluorfrei und welche fluorhaltig sind:
Teil 2 - Allgemeine Information:Hintergrund: PFOS und seine Verbindungen sind persistent, bioakkumulierbar und toxisch. PFOS wird durch das so genannte ECF-Verfahren (Elektrochemisches Fluorierungsverfahren) hergestellt. PFOS ist eine Untergruppe der sogenannten „poly- und perfluorierten Chemikalien (PFC)“. PFOS wird seit mehreren Jahren nicht mehr als Rohstoff für die Herstellung von AFFF-Schaummitteln verwendet, kann jedoch in älteren Produkten, abhängig vom Hersteller, in höheren Konzentrationen enthalten sein. AFFF-Schaummittel, die nach dem 27.12.2006 in Verkehr gebracht wurden, dürfen gem. EU-Richtlinie 2006/122/EC nicht mehr PFOS-basiert sein. Eine weitere Untergruppe der poly- und perfluorierten Chemikalien sind die nach dem sogenannten „Telomerisationsverfahren“ hergestellten Fluorverbindungen. Sie enthalten kein PFOS und fallen aus diesem Grund nicht unter die PFOS-Verbotsverordnung (EU-Richtlinie 2006/122/EC). Alle PFC sind biologisch schwer abbaubar und verbleiben in der Umwelt. Fluorhaltige Schaumlöschmittel enthalten poly- oder perfluorierte Chemikalien (PFC), die oftmals fälschlich auch als „PFT (Perfluortenside)“ bezeichnet werden. Sie sind z. B in wasserfilm-bildenden AFFF-Schaummitteln bzw. alkoholbeständigen AFFF- Produkten enthalten. PFC werden bei der Herstellung zahlreicher Konsumgüter und bei vielen industriellen Anwendungen eingesetzt, um z.B. Textilien, Teppiche und Papier fett-, öl- und wasserabweisend zu machen. Wirkungsweise: Die verbesserte Löschleistung, z.B. auf Mineralölprodukten, spiegelt sich in der Lösch-leistungsstufe I (gem. DIN EN 1568) für AFFF-Löschmittel im Gegensatz zu Löschleistungsstufe III für fluorfreie Produkte wider. Effiziente Löschmittel, wie z.B. AFFF-Schaummittel, können bei bestimmten Schadenfeuern die Löschzeit erheblich verkürzen und damit den Eintrag von hoch toxischen, kanzerogenen und persistenten Emissionen reduzieren. |


